Was Gott gerade Tut
Im Angesicht des Krieges
Nicht im Traum hätte ich in meinen jungen Jahren einen ausgedehnten Krieg in Europa und einen Zerbruch der atlantischen Allianz für möglich gehalten. Und das, obwohl die russischen Panzerarmeen damals 50 km östlich von Hamburg an der Elbe standen. Nun haben wir schon seit drei Jahren Krieg in Europa, und die Beziehungen zu Amerika sind schlecht wie noch nie. Die stabile Weltordnung, an die wir uns trotz aller globaler Probleme und regionaler Konflikte gewöhnt haben, scheint zu zerbröseln. Werden wir Zeugen eines Rückfalls in die Machtpolitik früherer Jahrhunderte, als die Großmächte den anderen ihren Willen aufzwangen?
Manche Kommentatoren sprechen bereits vom „Ende des Westens“ und sehen die Welt unter dem wachsenden Einfluss der drei großen Autokraten Trump, Putin und Xi. Europa sieht eine wachsende militärische Bedrohung in Gestalt des russischen Expansionsdrang auf sich zukommen, während es gleichzeitig in wirtschaftlicher Hinsicht gegenüber China und den USA ins Hintertreffen zu geraten droht. Werden die Länder Europas sich in Geschlossenheit und Handlungsfähigkeit, in wirtschaftlicher Belebung und militärischer Aufrüstungsprogramm behaupten können?
Gibt es noch Hoffnung?
Zu alledem beobachten wir in fast allen Ländern Europas eine Stärkung der politischen Ränder von links und rechts bei gleichzeitiger Schwächung der Parteien, die man – im weitesten Sinne – „die Mitte“ nennt. Immer weniger Bürger scheinen den etablierten politischen Kräften und gesellschaftlichen Eliten die Lösung der aktuellen Problemknoten zuzutrauen – den Kirchen schon gar nicht. Noch nie zu meinen Lebzeiten schien der Blick in die politische Zukunft so viele Ungewissheiten bereitzuhalten. Dagegen ist unsere Stadt Hamburg mit ihrem jüngsten Wahlergebnis geradezu ein Hort der Ruhe und Stabilität.
Gibt es noch Hoffnung für Europa? Oder hat unsere Zivilisation ihren Zenit überschritten und taumelt dem Abgrund entgegen? Ist der Lauf der Geschichte nicht sowieso unausweichlich vorgezeichnet? Wie sollen wir uns in dieser Zeit orientieren?
„Fürchtet euch nicht!“ ist die Botschaft der Bibel. Natürlich „habt ihr in der Welt Angst“, sagt Jesus – also tun wir doch bitte nicht so überrascht! – „doch seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh 16:33) Er hat´s uns gesagt! Wir saßen bislang auf einer Insel und haben vergessen, dass Frieden, Stabilität und Wohlstand keine Selbstverständlichkeiten sind. Der Normalzustand in den Jahrtausenden menschlicher Geschichte ist eher von Unruhe und Unsicherheit, Armut und Ausbeutung und für die Jesusnachfolger oft von Diskriminierung oder gar Verfolgung geprägt. Doch Jesus stellt fest, dass diese Welt nicht über seine Gemeinde triumphieren wird. Wie wär’s, wenn wir das nicht mehr vergäßen?
„Betet für die Obrigkeit!“ ermahnt Paulus, „damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können.“ (1Tim 2:2) Doch wir tun oft das Gegenteil. Wir meckern über unsere Politiker, mosern über die Regierung, motzen über die EU, aber beten kaum für sie. Müssen wir uns da etwa wundern, warum vieles nicht gut läuft? Vielleicht nicht. Wie wär’s, wenn wir mehr für Politiker beteten?
„Sucht der Stadt Bestes!“ (Jer 29:7) Die verschleppten Israeliten in Babylonien hatten allen Grund, verzweifelt zurück und ohne Hoffnung nach vorn zu stieren. Ihr Land und Leben war von einer brutalen und gottlosen Großmacht zugrunde gerichtet worden. Doch Gott fordert sie auf, sich in ihrem Gemeinwesen zu engagieren und zum Wohlergehen von Wirtschaft und Gesellschaft beizutragen – und das im heidnischen Babylonien. Die Zukunft gehört euch! Kein Raum für Verzweiflung, keine Weltuntergangsstimmung, auch keine Gerichtsflüche über die bösen Babylonier! Wie wär’s, wenn wir Christen uns mehr in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft engagieren würden?
„Predigt das Evangelium!“– und zwar „zur Zeit und zur Unzeit.“ (2. Tim 4:2) Also immer! Wartet nicht auf bessere Zeiten! Wartet auch nicht auf schlechtere Zeiten! Manche neigen dazu, schnell von Gericht zu sprechen oder fast auf einen Niedergang unserer Zivilisation zu erhoffen, weil sie sich von Not und Elend eine größere Offenheit für das Evangelium versprechen. Davon hält Paulus anscheinend nichts. Es ist immer die beste Zeit, um die gute Nachricht weiterzusagen. Jetzt erst recht! Wie wär’s, wenn wir alle alle unsere Chancen nutzten, um das Evangelium zu verbreiten?
„Erhebt eure Häupter!“ (Lk 21:28) Christen mögen unterschiedlicher Auffassung über die Zukunft oder die Endzeit sein. Aber eines steht doch fest: Jesus kommt wieder! Schließlich beten wir Christen nun schon seit fast 2000 Jahren „Dein Reich komme“, und wie immer wir uns das auch vorstellen mögen – Gott wird die Weltgeschichte zu einem guten Abschluss bringen. Wie wär’s, wenn wir uns mehr auf den wiederkommenden Herrn freuten?
Das Wohlergehen der Gemeinde Jesu ist weder von Wohlstand noch von einer bestimmten Regierung oder Staatsform abhängig. „Ich werde Meine Gemeinde bauen!“, sagt Jesus – so oder so. Und Er tut es mir uns. Hier und heute.

Matthias C. Wolff ist Hauptpastor der Elim Kirche in Hamburg, Mundsburg. Er ist leidenschaftlich daran interessiert, Menschen mit Gottes Liebe und Hoffnung bekannt zu machen und arbeitet mit einem talentierten Team zusammen, um die Gemeinde als einen Ort zu gestalten, an dem Menschen Gott begegnen und einander dienen.
Neben seiner Rolle in der Elim Kirche leitet er das Netzwerk „Gemeinsam für Hamburg“, unterrichtet am Theologischen Seminar Erzhausen, bei IGW Hamburg sowie der August-Hermann-Francke-Schule und leitet das Forum Politik bei Gemeinsam für Hamburg, wo er sich für gesellschaftliche und politische Themen engagiert.
Das Gebetshaus Hamburg existiert, um Kirchen auszurüsten, anzufeuern und zu unterstützen im Gebet und in der Anbetung zu stehen, damit sie stark und befähigt sind in ihrem göttlichen Potential und ihrer Bestimmung zu agieren.
Des Weiteren sehnen wir uns danach, dass Gott 24/7 angebetet wird.
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